Darmkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankungen. Nach Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten am Robert Koch-Institut erkrankten im Jahr 2023 rund 30.250 Männer und 25.070 Frauen neu daran; etwa 22.700 Menschen starben in diesem Jahr an der Erkrankung. Das Besondere: Darmkrebs entsteht in den meisten Fällen aus zunächst gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut, sogenannten Polypen. Bis daraus ein Tumor wird, vergehen häufig viele Jahre. Genau dieses lange Zeitfenster macht die Früherkennung so wirksam – wenn man es nutzt.
Bei der Koloskopie schaut die Ärztin oder der Arzt mit einem flexiblen Endoskop den gesamten Dickdarm und den Enddarm an. Entdeckte Polypen werden in der Regel direkt in derselben Sitzung entfernt – bevor überhaupt Krebs daraus entstehen kann. Das unterscheidet die Untersuchung von fast jeder anderen Früherkennungsmaßnahme: Sie erkennt nicht nur, sie greift ein.
Ehrlich eingeordnet: Der Nutzen ist real, aber kein Wunder. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums beziffert ihn so, dass von 1.000 Frauen ab 50 Jahren, die zur Darmspiegelung gehen, etwa sieben weniger an Darmkrebs erkranken und zwei weniger daran sterben. Komplikationen wie Blutungen nach einer Polypenentfernung treten bei ungefähr ein bis drei von 1.000 Untersuchten auf.
Seit dem 1. April 2025 gelten für Frauen und Männer dieselben Altersgrenzen; zuvor hatten Frauen erst ab 55 Jahren Anspruch auf eine Vorsorge-Koloskopie. Wer familiär vorbelastet ist, etwa weil Eltern oder Geschwister an Darmkrebs erkrankt sind, sollte das ärztlich besprechen: In solchen Fällen kann eine Untersuchung deutlich früher sinnvoll sein.